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08.11.18

Die Zeit und was davon noch bleibt

"Die Zeit ist ein Dieb", den Satz habe ich schon so oft gehört und mir nie wirklich viel dabei gedacht. Ich bin jung und habe noch alle Zeit der Welt. Bis ich selbst gemerkt habe, wie wenig von der Zeit eigentlich wirklich übrig bleibt.


Das heikle Thema Zeit, von dem die einen zu wenig und die anderen zu viel haben, beschäftigt uns früher oder später alle. Sei es im Beruf, in der Familie, in der Freizeit oder wenns um sich selbst geht. Denn was ist bitte kostbarer als die Zeit für sich?! Von der nimmt man sich ja bekanntlich am wenigsten. 
Liegt es nur an der Einteilung, dem Zeit-Management - wie es so schön heißt, oder wird es uns ohne dass es einem bewusst ist von seinem Umfeld vorgegeben? Über wie viele Termine kann man schon noch selbst bestimmen? Der Termin beim Arzt - da muss man schon den nehmen der noch frei ist. Genau wie beim Friseur, in der Autowerkstatt oder bei der Reservierung für die Weihnachtsfeier. Termine im Job - was muss das muss, ob es einem passt oder nicht.  
Laufen wir in einem Hamsterrad, das wir selbst antreiben, aber in dem wir keine Stärkung für die weitere Kraft die wir brauchen, bekommen? Darf, oder besser gesagt, muss man sich die Energie einfach selbst holen, oder soll man am besten gleich aus dem Teufelsrad aussteigen? Leichter gesagt als getan. 
Ich frage mich: Ist der gesellschaftliche Zwang wirklich schon so groß oder ist man auch hier seines Glückes selbst Schmied?


Gerade in den letzten Wochen sind wir wieder mehr mit dem Thema Zeit konfrontiert worden. Ich sage nur - Zeitumstellung. Des einen Leid, des anderen, wenn auch nur einer Minderheit, Freud. Was ich mit Sicherheit sagen kann - ich zähle zu denen, dessen Leid es ist. Obwohl uns in der Winterzeit eine Stunde "geschenkt" wird, habe ich das Gefühl sie wird uns gestohlen. Zumindest physisch kann ich diese eine Stunde mehr nicht erkennen oder wahrnehmen. Ganz im Gegenteil - gerade Abends habe ich das Gefühl, dass wir eine Stunde voraus, als zurück, sind, was wohl an der Dunkelheit liegt.
Es ist noch dunkel wenn ich das Haus verlasse - es ist dunkel wenn ich Nachhause komme - nur tagsüber zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn die Sonnenstrahlen durch das Bürofenster lachen. Dann sollte ich eigentlich den Mantel anziehen und raus gehen - einfach eine Runde spazieren, die frische Luft und die herrliche Sonne genießen. Aber wer macht das schon? Es würde wohl niemand verstehen, wenn ich einfach alles liegen lasse und los marschiere ;) Wieder etwas, das sich im Home-office perfekt integrieren lassen würde - ich finde immer mehr Vorteile dafür, nur leider wird es sich nicht umsetzen lassen. 


Was die Winterzeit noch mit sich bringt, und da bin ich bestimmt nicht die einzige, auch wenn es viele nicht zugeben, die Depression über die viele Dunkelheit und das wenige Sonnenlicht. Es fehlt mir zu dieser Zeit oft die Kraft für die einfachsten Dinge, und die Motivation hat sich zu diesem Zeitpunkt oft schon lange verabschiedet. Sei es, morgens aus dem Bett zu kommen, sich schminken, gut gelaunt in den Tag starten, sich Mittag was gesundes kochen, abends noch produktiv sein um was voran zu bringen. Nein, das alles schaffe ich zu dieser Zeit nicht - wobei ich den Herbst so sehr liebe und mich unglaublich darauf gefreut habe. Bunte Blätter, die von den Bäumen fallen und so schön knistern wenn man darüber stapft; warmer, herrlich duftender Tee; ein heißes Bad nehmen und ein Gläschen Sekt schlürfen; das knisternde Feuer im Kamin; endlich wieder Stiefletten, Trenchcoat und Wollschal.... Die Liste ist unendlich und dennoch schaffe ich es oft nicht, die schönen Dinge, die uns die Zeit schenkt, zu erkennen. 


Vielleicht ist es gar nicht nur die Gesellschaft, die uns in ein Hamsterrad steckt, wir sind es auch ein klein bisschen selbst, weil die Gewohnheit und nicht aus der Reihe zu tanzen einfach wesentlich bequemer und unkomplizierter ist. Dabei ist es, zumindest in meinem Kopf, so easy daraus auszubrechen und sich wieder den schönen Dingen des Lebens zu widmen, oder sie wenigstens wieder Teil des Alltags werden zu lassen. Dabei komme ich auch schon zu einem weiteren, sehr interessanten Thema, dem man manches Mal zu viel, aber auch bestimmt viel zu selten Aufmerksamkeit schenkt. Achtsamkeit. Das würde den Beitrag jetzt sprengen, vielleicht schreibe ich ein anderes mal, wenns mir wieder in den Fingern kribbelt, mehr dazu.


Unterm Strich will ich sagen, dass wir alle selbst Herr über unsere Zeit sein sollen, wenn das auch einige Kompromisse und ein klein wenig Egoismus mit sich bringt.
Und genau aus diesem Grund habe ich mir, in der wohl stressigsten Zeit des Jahres, zumindest beruflich gesehen, einfach mal ein paar Tage Auszeit gegönnt. Nicht nur, weil ich es wollte, sondern weil ich gemerkt habe, dass ich es musste. Vorfreude war so gut wie keine da, weil ich nie die Zeit hatte darüber nachzudenken. Als die kleine Auszeit dann gekommen war, ist es mir enorm schwer gefallen abzuschalten, aber ab dem dritten Tag habe ich gemerkt wie ich entspannter und gelassener wurde. Schade, dass wir an Tag vier schon wieder nach Hause gefahren sind. Und wenn es auch nur ein paar Tage waren, merke ich, wie wichtig es ist dem Alltag hin und wieder zu entfliehen um sich danach wieder über Routine freuen zu können.  


In diesem Sinne, wünsche ich euch eine wundervolle routinierte Restwoche.

<3 Martina


15.10.16

kennt ihr das,... ?

... wenn euch sooo viele Ideen und tolle Einfälle im Kopf rumschwirren und ihr einfach nicht die Zeit und Kraft habt sie umzusetzen? Wenn ja, dann wisst ihr wie es mir im Moment geht. Es war hier wieder mal ziemlich still in letzter Zeit - ungewollt und voller Wehmut - aber bevor ich immer nur rumjammere wollt ich es lieber gleich ganz lassen. Aber nun bin ich ja wieder da, zumindest um kurz Hallo zu sagen. Also "hallo... schön, dass du noch da bist und ich auf dich zählen kann :* "





Heute gibts nach meeega Verspätung die Bilder vom Bloggertreffen in Stuttgart, welches die liebe Heike von Modewerkstatt organisiert hat. Vielen lieben Dank an dieser Stelle noch mal an dich meine Liebe - du hast dir sooo viel Mühe gemacht und uns somit ein tolles Wochenende bereitet :)









Wären wir beim Umbau schon etwas weiter und hätten wir einen Anhänger mit dabei gehabt, hätt ich wohl das ganze Haus neu einrichten können bei den vielen hübschen Dingen in der Markthalle - einfach traumhaft und zum dahin Schmelzen. Wenn ihr mal in Stuttgart seid - GEHT DA HIN!!!


Für das nächste mir um Kopf rumschwirrende Nähprojekt hab ich mir auch schon was Hübsches mitgenommen - wenns so klappt wie ich es mir vorstelle bekommt ihr es auch zu Gesicht ;)
Bis dahin verabschiede ich mich mit einem dicken Drücker und hoffentlich bis bald,
eure Martina :*

21.03.15

Samstagskaffee

Hallöchen ihr Lieben!

Hattet ihr alle einen tollen Start ins Wochenende?
Also ich habe dieses Wochenende wieder mal mit Arbeiten begonnen. Zu Hause macht die Arbeit heute zum Glück mein Liebster, denn ich fahre jetzt mit meiner älteren Schwester shoppen :D:D Ja, da schlägt mein Shopping-süchtiges Herz gleich höher. Wobei ich mich, was das Geld ausgeben betrifft wirklich schon sehr positiv gebessert habe. Ich kaufe jetzt gezielter und nicht mehr so unüberlegt. 


Genau so war es auch, als ich mir letztes Wochenende in Innsbruck diese tolle Sonnenbrille gekauft habe. Gezielt gekauft: ich steuerte das Geschäft sehr genau an und wusste, da will ich hin ;D überlegt gekauft: ich brauchte ganze 5 Minuten um mich zu entscheiden ;)

Jetzt muss ich euch aber noch kurz erzählen wie ich überhaupt zu dieser Brille kam. Ich hoffe ihr habt schon alle einen Kaffee ;) Dass ich zum Schi fahren in Tirol war, habe ich euch ja schon erzählt, dass mir aber dort jedes Jahr meine Sonnenbrille kaputt geht oder ich sie verliere, habe ich bis dato verschwiegen. Deshalb nehme ich zum Schi fahren nur noch ganz günstige mit, bei denen der Verlust weniger schlimm ist. 


Eine wirklich tolle, hochwertige Brille (außer die Optischen) habe ich sowieso noch nie besessen. Irgendwie hatte ich nie das Gefühl, so eine zu brauchen. Und dann erzählte mir die liebe Livia (du bist schuld, dass ich jetzt so ein sauteures Teil auf der Nase sitzen habe, dass ich mir NIEMALS zum Schi fahren mitnehmen traue :P), dass sie mit ihrer Familie dort war und die Verkäuferin der Wahnsinn sei. Sie alle haben sich eine Brille gekauft, die sie wohl sonst niemals angesehen, geschweige denn probiert hätten. Und alle laufen sie jetzt damit rum. Das wollte ich natürlich auch testen. Ihr seht ja was dabei rausgekommen ist. Mich hat sie auch um den Finger gewickelt- die Verkäuferin und die Brille ;)
Ich hüte sie nun, wie eine kleinen Schatz und sie kommt sofort ins Etui, wenn ich sie von der Nase nehme. Haha, mal schauen, wie lang ich das wirklich so penibel mache. ;)

Jetzt quasel ich euch nicht mehr voll und wünsche euch einfach nur ein megatolles Wochenende mit hoffentlich gaaaanz vielen warmen Sonnenstrahlen (damit ich die neue Brille tragen kann) ;D;D 
Ach ja, bei Ninjas Samstagskaffee schaue ich natürlich auch noch dabei. Mit ihrer virtuellen Kaffeerunde ist sie nämlich der Grund, warum ich mich am Samstag beim Kaffee trinken immer so amüsiere ;)

eure, Martina

18.03.15

ich bin wieder da...

...und habe euch gaaanz viele Bilder mitgebracht.
Ich weiß nicht mal auswendig, wie lange mein letzter Post her ist. Im Moment finde ich leider sehr wenig Zeit um Bilder zu machen, Posts zu schreiben und auch mal bei euch vorbeizuschauen. Außerdem habe ich mir am Wochenende wieder mal eine Auszeit gegönnt und was euch jetzt wahrscheinlich entsetzen wird- ich habe die Kamera zu Hause gelassen. Einfach nur, um wirklich mal richtig abschalten zu können. Ich habe "fast" gar nicht ans Bloggen gedacht und habe all den Stress und den Alltag zu Hause gelassen.


Wie ihr schon sehen könnt, war ich in den Bergen. Aber nicht irgendwo. Ich habe mich, wie jedes Jahr, seit ich meine Mädls aus der Einrichtungsberaterschule in Salzburg kennen gelernt habe, auf den Weg ins wunderschöne Zillertal gemacht.


Tirol ist einfach perfekt für ein gemütliches Wochenende. In mitten den wundervollen Bergen vergisst man den Alltag und Stress um sich herum. Außerdem ist es immer wieder eine riesen Freude die Mädls wieder zu sehen.


Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, für immer dort zu leben, fahre ich immer wieder gerne zum Erholen und Energie tanken hin. Und mit den Mädls kann ich das immer besonders gut. Dass unsere Freundschaft was besonderes ist, habe ich euch doch schon mal erzählt.


Denn im Sommer treffen wir uns immer in Wien zum Donausinselfest und im Winter zum Schifahren in Tirol. Also sind wir immer bei einer Anderes zu Hause. Dazwischen sehen wir uns meistens auch noch ein- zwei mal. Und jedes Mal fühlt es sich an, als wäre es erst eine Woche her, als wir uns zum letzen Mal sahen.


Es ist wohl wirklich Schicksal, dass wir uns damals getroffen haben. Ich freue mich auf jeden Fall schon riesig aufs nächste Mal, es dauert zwar noch bis Juli, kommt mir aber gar nicht so lange vor. ;) Habt ihr auch so Schulfreunde, mit denen ihr schon ewig befreundet seid, obwohl ihr weit auseinander wohnt und euch selten seht? Solche Freundschaften sind irgendwie schon was Besonderes.


In Innsbruck mussten wir natürlich auch vorbeischauen, wenn wir schon in der Nähe sind. Die Stadt ist wundervoll. Jedoch für mich nur zum Shoppen und Kaffeetrinken. Leben möchte ich dort nicht. Warum weiß ich nicht genau. Die Stadt hat mich zum Wohnen nicht wirklich überzeugt, aber das ist ein anderes Thema ;)


Aber wir haben natürlich noch mehr gemacht, als nur Kaffee trinken und Shoppen ;) Natürlich haben wir jeden Tag so richtig fett gefrühstückt. Jummy, ich sags euch- an diesen drei Tagen habe ich gefühlte 5kg zugenommen.


Vor einem Jahr, hat im Zillertal der Golfclub Fügen eröffnet. Seit Ende letzen Jahres gibt es nun auch ein wundervolles Restaurant und Hotel dazu. Die Sport Residenz Zillertal ist wirklich einen Besuch wert. Das Übernachten könnte ich mir dort leider nicht leisten (naja, eine Nacht würde schon gehn ;)), aber zum Frühstücken oder Essen kann man dort ruhig mal hin schaun.


Wir hatten Glück und das Wetter war an allen Tagen wundervoll sonnig und herrlich warm. Also haben wir uns nach einem nährhaften und megaleckerem Frühstück auf der Terrasse mit einem Gläschen Sekt die Sonne ins Gesicht scheinen lassen.


So lässt es sich doch auf jeden Fall leben, oder was sagt ihr? ;) Falls ein paar begeisterte Golfspieler unter meinen Lesern sind, kann ich euch den Platz dort nur empfehlen. Aber auch diejenigen, die gerne in den Bergen Urlaub machen, egal ob Sommer oder Winter, werden vom Zillertal begeistert sein. Und supernett sind die Tiroler ja sowieso. Man fühlt sich wie zu Hause.


An dieser Stelle auch noch mal ein riesen Dankeschön an die liebe Livia und ihre Familie, für die wie immer supernette Gastfreundschaft- bei euch kann man sich nur wohl fühlen :)


Im Normalfall bringe ich von jedem Besuch bei ihr eine neue Tasse mit. In diesem Jahr habe ich mir das gespart. Denn bereits letzte Woche sind  bei uns zwei neue Tassen eingezogen. Schon sehr lange liebäugle ich mit diesen wundervollen Mugtail-Tassen.


Und dann fand ich sie. :D auf Spürsinn24 haben mich diese beiden Lieblinge sofort verzaubert. Ich habe sie schon auf vielen anderen Blogs entdeckt und war jedes mal aufs Neue total begeistert.


Okay ich gebs zu- das kleine Schwänzchen als Henkel hat mich überzeugt :P Jedoch traue ich sie mir fast nicht als Kaffeebecher zu verwenden. Nur gut, dass sie als Windlicht genau so gut geeignet sind. Ist das kleine Rehkitz nicht zuckersüß? Und das Tolle ist, dass sie, wie ich finde zu jeder Jahreszeit super passen.


Das Häschen passt im Moment ja sowieso perfekt. Auch wenn ich noch nicht wirklich in Osterstimmung bin, haben sich bereits ein paar österliche Dekoteile bei uns eingeschmuggelt. Der Lampenschirm in der Küche wurde mit einem Zweig und ein paar Schmetterlingen gepimpt.


Ein paar Eier kugeln nun auch rum und in den nächsten Tagen wird noch ein Strauß aus Zweigen und noch weiteres österliches Dingsbums bei uns einziehen. So sehr wie z.B. Weihnachten wird Ostern bei uns nicht zelebriert. Deshalb hält sich auch die Deko in Grenzen.


Wie findet ihr es überhaupt, dass jetzt endlich der Frühling da ist? Es ist doch einfach herrlich, oder nicht? Also ich bin begeistert und würde am liebsten nach draußen auf die Terrasse umsiedeln, auch wenn es dort noch eher ungemütlich aussieht, weil im Moment nichts als die Gartenmöbel dort stehen. Aber allein, dass die Sonne uns schon mit ihren Strahlen früh Morgens beglückt, versetzt einen automatisch in Frühlingsstimmung. Sobald ich wieder harte-Arbeits-tauglich bin werden die Frühlingsblüher gepflanzt und die Terrasse grillbereit gemacht. Beim Boarden am Wochenende habe ich mir nämlich das Brustbein geprellt, was wirklich höllisch schmerzt, bei der kleinsten Bewegung. Der Doc meinte, es könnte bis zu drei Wochen dauern, bis der Schmerz wieder weg ist. Da ist der Frühling dann aber auch wieder weg :P

Jetzt bin auch schon wieder weg und hoffe, dass ihr überhaupt noch da seid, nach dieser Bilder- und Informationsflut.
Habt eine schöne Restwoche.

eure, Martina

Sponsoring *Spürsinn24

15.01.15

typisch für... meine Stadt

Heute ist zum ersten mal das "typisch für.." bei Kebo homing. Da will ich natürlich auch mit dabei sein. Das erste Thema, welches die liebe Kebo für uns ausgesucht hat ist: ..meine Stadt. 


Hmmm, was ist typisch für meine Stadt? Da musste ich erst mal laaaange überlegen, da ich schon ziemlich "betriebsblind" bin, wie man so schön sagt. Dann machte ich mich mit der Kamera bewaffnet auf den Weg und aus den Augen eines Touristen, hat sie wirklich einiges zu bieten. Vor allem eine riesige Auswahl an Gasthäusern und Lokalen.

Aber fangen wir von vorne an. Ich lebe seit März 2014 in der Stadt Schärding in Oberösterreich. Vorher wohnte ich im gleichnamigen Bezirk, jedoch 20 km außerhalb des Zentrums auf dem Land. Die Bezirkshauptstadt darf sich seit 1364 Stadt nennen. Diesen Titel hat sie Rudolf IV von Habsburg zu verdanken, zu dessen Familienbesitzes sie lange gehörte.

nun ein paar kleine Eckdaten:
  • 4874 Einwohner
  • 4,08 km² Grundfläche
  • auf 313 Höhenmeter
  • Bezirkshauptstadt des Innviertels
  • liegt an der deutschen Grenze
  • gegenüber von Passau (Neuhaus am Inn)
  • der Inn und die Pram fließen durch Schärding
Jetzt denkt ihr euch sicher "waaaaas?! nur 4874 Einwohner, und sowas darf sich Stadt nennen?!" Die Stadt an sich ist wirklich klein, aber die umliegenden Gemeinden machen es erst zu etwas Größerem. Verglichen mit z.B. Berlin, Hamburg oder Wien ist Schärding natürlich ein Dorf. Bei uns gibt es nicht mal Ampeln ;)

Schärding ist ein sehr beliebtes Touristenausflugsziel. Jährlich strömen gefühlte hunderttausend in die Stadt um sich die Silberzeile anzusehen. Ich traue mich jetzt mal einfach behaupten, dass sie das Wahrzeichen von Schärding ist. Mit den spätbarocken Bürgerhäusern, welche vom 16.-19. Jahrhundert erbaut wurden, macht der Stadtkern aber auch wirklich was her.


Den Namen hat sie von den Bürgern, die damals sich nur so ein Haus bauen konnten, wenn sie viel Silber besaßen. Daher der Name Silberzeile. Nach und nach hat sich auch der Stadtplatz sehr verändert. Wo vor über 60 Jahren noch alles grünte und ein Park angelegt war, findet man heute eine zugepflasterte Fläche, auf der die Gastronomen im Sommer deren Gartenterrasse aufgebaut haben.



Der Tourismus ist sicherlich auch mit ein Grund für die extreme Dichte an Gastronomie. Allein im Stadtkern, der nun wirklich nicht sehr groß ist, wir ihr oben auf dem Bild sehen könnt, befinden sich fast 20 Lokale, Gasthäuser und Bars.


Der Stadtwirt, ehemals Kapsreiter Bräustüberl, ist das wohl älteste Gasthaus in Schärding und war einst im Besitz der Brauerei Kapsreiter, welche im letzten Jahr aber für immer ihre Pforten schloss. 
Die gesamten Gebäude und was halt sonst noch so dazu gehört wurde von der Brauerei Baumgartner übernommen, der schon seit ihrem Bestehen das wohl urigste Wirtshaus in ganz Schärding gehört. Die Bums´n! Sie ist echt kult und wer nach Schärding kommt und dort nicht hin geht hat was verpasst. Bei ihrem Namen haben sich jetzt sicherlich viele ihren Teil gedacht. (da seid ihr nicht die ersten ;) ) 


So komisch ihr Name ist, so einfach ist die Geschichte dahinter. Als es damals noch keinen Aufzug gab, ließ man die Holzfässer einfach immer in den Keller des Hauses plumpsen. Dabei ertönte ein Geräusch, welches sich scheinbar nach "bums, bums, bums" anhörten.


Hier seht ihr die Orangerie, welche noch nicht so lange existiert, trotzdem aber wunderschön ist und absolut zum verweilen und träumen einlädt. Auch sie wurde 2013 sehr stark vom Hochwasser beschädigt. Wobei wir auch schon beim nächsten "typisch für Schärding" sind. Das Hochwasser. Wer es im Juni 2013 mitverfolgt hat, weiß sicher, dass riesige Flächen der Stadt komplett unter Wasser standen.


Seit hunderten von Jahren wird Schärding immer wieder von Hochwassern heimgesucht. Der Pegelstand war zuletzt im Jahr 1954 so hoch. Ich habe, obwohl ich zu dieser Zeit noch nicht in Schärding gelebt habe, die Situation hautnah miterlebt, weil meine Schwiegereltern davon betroffen waren. 


Als es dann jedoch kritisch wurde, vertschüsste ich mich nach Salzburg in die Schule, die ich zu dieser Zeit besuchte. Ich steckte Mitten in den Abschlussarbeiten und hatte leider nicht die Zeit, zu Hause mitzuhelfen. Es war jedoch unglaublich, wie viele freiwillige Helfer dabei waren, den Schlamm und Schutt zu beseitigen und alles wieder halbwegs normal zu machen.


Ebenfalls dazugehören tut für mich die alte Innbrücke. Es gibt mittlerweile zwar auch schon eine Neue, jedoch hat die Alte nichts von ihrem Charme verloren. Hier ein Bild vom Juni 2013 als sie fast vollständig unter Wasser stand.


Hier ein aktuelles Bild. Wie ihr seht wurde sie zum Glück nicht von den Fluten mitgerissen und hat den Wassermassen Stand gehalten. In der Mitte der Brücke beginnt die Bundesrepublik Deutschland. Es ist wirklich praktisch an der Grenze zu wohnen, denn in Deutschland sind viele Sachen günstiger als in Österreich. 


Damals, als Schärding noch in Besitz von verschiedenen Herzogen und was weiß ich noch aller war, gab es auch noch eine Burg. Von der Festung Schärding ist heute nichts mehr übrig, bis auf einen Teil der Stadtmauer, die das Linzer-, Passauer- und Wassertor mit einschließt.
Dicke, alte Wände aus massivem Stein erinnern heute noch an die Zeit von damals, als Schärding noch eine reiche, wohlhabende Stadt war. Viele Bewohner sind es heute sicherlich auch noch ;) Die Stadt selbst ist jedoch nur reich an schönen Häusern und gutem Essen.
Der Schlosspark, wie sein Name schon sagt, war damals Teil der Festung. Heute lädt er zum spazieren gehen über den Dächern Schärdings ein und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Inn und die Weite des Landes.
Ganz besonders interessant sie die Museen in Schärding. Es gibt nur zwei, also kann man sie sich ruhig mal ansehen, wenn man in der Nähe ist. Die Steinkugeln liegen, was ich gehört habe, schon seit dem Krieg hier rum, wie ihr auf dem Bild oben seht. Wer weiß ob´s stimmt ;)


Während der Kriege und Schlachten war Schärding ein wichtiger Ort, da es am Wasser gelegen leicht erreichbar, dank der Höhe der Festung aber sicher auch gut geschützt wurden konnte. So konnte die Stadt mit Lebensmitteln und Gütern versorgt werden.
Heute wird auf dem Inn in dieser Region nichts mehr transportiert, bis auf die Touristen. Die Fahren aber auch Flussabwärts in Richtung Passau. Die Innlände jedoch wird täglich von hunderten Spaziergängern, Radfahrern und Inlineskatern genutzt. Sie ist ein toller Ort zum Schlendern und Nachdenken.
In der Stadt gibt es auch ein Kurzentrum, welches das Kurhaus der barmherzigen Brüder heißt. Es ist zwar nicht besonders groß, jedoch sehr beliebt bei vielen Menschen, die immer wieder hier her zum kuren und entspannen kommen.


Hätte ich diesen Post von ein paar Jahren schon geschrieben, würde der nächste Punkt noch nicht dabei sein. Denn es ist leider nicht alles schön und bunt in der Barockstadt Schärding, wie sie sie immer nennen um den Tourismus am Laufen zu halten. Seit Jahren schießen nun nach der Reihe die Grünthalparks, wie sie genannt werden, aus dem Boden. An und für sich ja eine wirklich tolle Sache, da die Gebäude unzähligen von Menschen tolle Wohnungen, wenn auch in meinen Augen nicht optimal geplant, bieten. Diese sind nun auch typisch für Schärding, weshalb ich sie in diesem Post dabei haben wollte.


Durch das Linzertor, wo man sonst das Zentrum betritt verlassen wir heute den Rundgang und ich hoffe, dass euch die Tour durch "meine" Stadt gefallen hat. Jetzt wisst ihr, was typisch für Schärding ist, und solltet ihr mal in die Nähe kommen, stehe ich euch natürlich als persönlicher Reisebegleiter zur Verfügung.


Ich schau jetzt mal bei Kebo wer noch alles seine Stadt vorgestellt hat und wer weiß, vielleicht finde ich dabei das nächste Reiseziel.

Habt es schön.
eure, Martina